Ist Ananda Marga eine Sekte?

Der Begriff Sekte wird heute hauptsächlich als Schimpfwort benutzt, um Gruppen, deren Meinung oder Praxis von einer als vorherrschend betrachteten Auffassung abweicht, zu entwerten. In den meisten Fällen geht es dabei um Macht, Deutungshoheit, und darum Menschen durch Angstkomplexe davon abzuhalten autonom zu werden.

Die Amtskirchen, sehen sich seit Jahren mit Kritik und Mitgliederschwund konfrontiert. Sie haben eigene Sektenbeauftragte und Informationsforen eingerichtet, deren Aufgabe es ist, die Konkurrenz klein zu halten. Ihr Einfluss geht so weit, dass er auch Medien erreicht die als unabhängig gelten.
Inzwischen zeigt sich, dass das Christentum überall da wächst, wo unabhängige Glaubensgemeinschaften neue Formen der religiösen Praxis ausüben wie z.B. die Pfingstgemeinden. Besonders in Afrika, Südamerika und Asien. Diese Gemeinden und alle anderen, die keiner der großen Religionen angehören, werden von den Vertretern der Kirchen als Sekten bezeichnet.

Mit der Übersetzung der Bibel wurde einem Anliegen Raum verschafft, das viele Gläubige schon seit der frühen Zeit des Christentums hegten; ein von einer Priesterschaft unabhängiger Zugang zum Göttlichen. Vieles, was seit dem im Westen an kulturellem Fortschritt passierte, hat mit dieser mentalen Befreiung zu tun. In der Geschichte der Kirchen wurden solche Bestrebungen grausam verfolgt. Das Bedürfnis des menschlichen Geistes, sein Bild der Welt und das von Gott selbst zu interpretieren oder gar auf eigenen Erfahrungen aufzubauen, konnte damit nicht nieder gehalten werden.

Dem Verlangen nach einem selbst gestalteten Zugang zur Sphäre des Spirituellen kommen die Traditionen Asiens sehr entgegen. Von einigen Religionswissenschaften werden sie deshalb auch Erfahrungsreligionen genannt. Durch wirkungsvolle körperliche Übungen und Meditationen macht der Suchende spirituelle Erfahrungen, mit der die spirituelle Philosophie erfahrbar wird. Das führt zu einer anderen Dimension, als das Studium religiöser Schriften, Predigt, oder Gebet. Der Suchende muss sich keinen Glaubenssätzen unterwerfen. Er realisiert das Göttliche in sich selbst, in dem Maße, indem er sich durch seine Übung entwickelt.
Diese Form von religiöser Praxis passt in die moderne Zeit, in der unabhängige Denker, intelligente Geister und mitfühlende Seelen für die Herausforderungen und Probleme der Epoche gebraucht werden.

Ein Werkzeug der geistigen Einengung ist das Dogma. Dogmen sind Auferlegungen, in denen festgeschrieben wird, was geglaubt werden muss. Die Unterwerfung der Gläubigen unter das Dogma ist zugleich das Zeichen ihrer Zugehörigeit. Dogmen entziehen sich der Überprüfung und den Prinzipien der Vernunft. Die Abwegigkeit eines Glaubenssatzes wird gerade zum Maßstab des Glaubens erhoben und das Schuldgefühl des Gläubigen wird durch den Zweifel, der natürlicherweise entsteht, erweckt und aufrecht erhalten. Menschen mit Schuldgefühlen lassen sich leicht ausbeuten.

Ananda Marga ist strikt gegen Dogmatismus. Abwegige Auffassungen Kontrolle und Unterdrückung von Mitgliedern durch Dogmen deren Hinterfragung verboten sind gibt es bei Ananda Marga nicht. Die Übungen die sie lehrt, setzt den Suchenden in die Position für seinen spirituellen Fortschritt eigene Verantwortung zu übernehmen. Je nach Begabung und Einsatz macht er die Erfahr