Geschichte Ánanda Margas

Prabhat Ranjan Sarkar gründete Ananda Marga im Jahre 1955 in Indien. Shrii Shrii Anandamurtijii, wie er auch genannt wurde, unterwies seine Anhänger in spirituellen Techniken, entwickelte seine Vorstellungen von Philosphie und Ethik in zahllosen Vorträgen, bereiste Indien und hatte innerhalb weniger Jahre eine viele tausend Anhänger zählende Bewegung ins Leben gerufen.

Spiritualität, Moralität, Dienst

P.R. Sarkar war der erste Präsident Ananda Margas. Er gab der Bewegung durch seine tiefgründig, prag­matische Philosophie von Anfang an eine klare und eindeutige Richtung. Spiritualität, Moralität und Dienst an Mensch und Natur waren und sind die Grundlage von Ananda Marga, sowohl theoretisch als auch im praktischen Handeln. Soziale Ungerechtigkeiten, ob Unterdrückung der Frauen, Ausbeutung der Armen oder indisches Kastensystem, werden nicht toleriert.

Widerstände und Beharrlichkeit

In den fünfziger und sechziger Jahren wuchs die Popula­rität Ananda Margas in Indien stark an. Die sprichwört­liche Unbestechlichkeit und das soziale Engagement von Margiis führte jedoch auch zu ersten Konfrontationen.

1959 begründete P.R.Sarkar eine eigene Sozial- und Wirtschaftstheorie, die er "PROUT" nannte: die Progressive Nutzungstheorie (Progressive Utilization Theory). Entwickelt als realistische Alternative zu den herrschenden Doktrinen des Kommunismus und Kapitalismus rief dieses Engagement seine Gegner endgültig auf den Plan. So versuchte die damalige Regierung per Gesetz, Margiis vom Eintritt in Verwal­tungen abzuhalten, scheiterte jedoch vor dem Obersten Gerichtshof.

Politische Verfolgung

In den frühen siebziger Jahren wurde P.R.Sarkar in einem politisch motivierten Gerichtsverfahren wegen angeblicher Anstiftung zum Mord unter Anklage gestellt und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Während seiner Haft wurden mehrere Anschläge auf sein Leben verübt - Anschläge, deren Urheber bis in höchste Regierungskreise zurück verfolgt werden konnten. Wie durch ein Wunder überlebte er alle Versuche, ihn zu beseitigen. Als Folge eines Giftanschlags durch den Gefängnisarzt verlor er einen beträchtlichen Teil seiner Sehkraft. Sein 5 ½- jähriges Protestfasten erregte großes Aufsehen.

Höhepunkt und Ende der Verfolgung

1975 verhängte die indische Regierung unter Indhira Gandhi den Ausnahmezustand. Wie unzählige andere Oppositionsgruppen wurde auch Ananda Marga für illegal erklärt; viele der Anhänger wurden aus ihren Familien gerissen, inhaftiert und gefoltert. Nach Beendigung des Ausnahmezustandes im Jahre 1977 kam es auf Grund internationaler Proteste zu der lange ersehnten und erkämpften Berufungsverhandlung im Prozess gegen Anandamurtiji, in der dieser im Oktober 1978, nach sieben Jahren, von der Anklage freigesprochen und aus der Haft entlassen wurde. Zeitweilig war es in dieser Zeit zu einer Radikalisierung einzelner Mitglieder gekommen. Trotz des Verbotes verbreitete sich Ananda Marga in diesen Jahren in viele Länder der Erde.