Geschichte Ananda Margas

Die Geschichte Ananda Margas begann schon lange vor ihrer eigentlichen Gründung.1939 wurde von Prabhat Ranjan Sarkar sein erster Schüler Kalicharan
Bandyopadhyay in tantrischer Meditation eingeführt. In den folgenden Jahren fand sich eine schnell wachsende Gemeinschaft um P.R. Sarkar herum, deren Mitglieder die weitere Verbreitung der Philosophie und der spirituellen Praktiken betrieben.
Schließlich wurde am 7. November 1955 Ananda Marga Pracaraka Samgha
(Organisation um den Pfad der Glückseligkeit zu propagieren) in Jamalpur (Indien) gegründet, deren Aufgabe es ist, eine allumfassende Entwicklung der menschlichen Gesellschaft in wirtschaftlicher, sozialer und spiritueller Hinsicht voranzubringen.
Shrii Shrii Anandamurti, wie P.R. Sarkar auch genannt wurde, unterwies seine Anhänger in spirituellen Techniken, entwickelte seine Vorstellungen von Philosophie und Ethik in zahllosen Vorträgen, bereiste Indien und hatte innerhalb weniger Jahre eine viele tausend Anhänger zählende Bewegung ins Leben gerufen. Er gründete 1962 einen Orden für Mönche und Nonnen, die in selbstlosem Dienst in fast allen Ländern der Erde soziale und spirituelle Projekte betreiben.

Spiritualität, Moralität, Dienst

P.R. Sarkar als Präsident Ananda Margas gab der Bewegung durch seine tiefgründig, pragmatische Philosophie von Anfang an eine klare und eindeutige Richtung. Spiritualität in Verbindung mit Moralität und Dienst an Mensch und Natur bilden bis heute die Grundlage von Ananda Marga, sowohl theoretisch als auch im praktischen Handeln. Soziale Ungerechtigkeiten, ob Unterdrückung der Frauen, Ausbeutung der Armen oder das indisches Kastensystem, werden aktiv bekämpft.

Widerstände und Beharrlichkeit

In den fünfziger und sechziger Jahren wuchs die Popularität Ananda Margas in Indien stark an. Die sprichwörtliche Unbestechlichkeit und das soziale Engagement von Margiis führte jedoch auch zu ersten Konfrontationen.

1959 begründete P.R.Sarkar eine eigene Sozial- und Wirtschaftstheorie, die er "PROUT", (Progressive Utilization Theory) - Theorie fortschreitender Nutzung nannte. Entwickelt als realistische Alternative zu den herrschenden Doktrinen des Kommunismus und Kapitalismus führte dieses Engagement zu einer zunehmend eskalierenden Situation, bei der kommunistische Kader gewaltsam gegen Margiis, Anhänger Ananda Margas, vorgingen. Dabei kam es auch zur Ermordung mehrerer Margiis. Desweiteren versuchte die damalige Regierung per Gesetz, Mitglieder vor dem Eintritt in die Verwaltungen abzuhalten, scheiterte jedoch vor dem Obersten Gerichtshof.

Politische Verfolgung

In den frühen siebziger Jahren wurde P.R.Sarkar in einem politisch motivierten Gerichtsverfahren wegen angeblicher Anstiftung zum Mord unter Anklage gestellt und zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Während seiner Haft wurden mehrere Anschläge auf sein Leben verübt - Anschläge, deren Urheber bis in höchste Regierungskreise vermutete wurden. Wie durch ein Wunder überlebte er alle Versuche, ihn zu beseitigen. Doch als Folge eines Giftanschlags durch den Gefängnisarzt verlor er einen beträchtlichen Teil seiner Sehkraft und begann anschließend ein 5 ½- jähriges Protestfasten, welches großes Aufsehen erregte.

Höhepunkt und Ende der Verfolgung

Die angespannte Situation führte in der Organisation zu einer zunehmenden Radikalisierung, bei der Einzelne versuchten mit Gewalt, die Überprüfung der Inhaftierung ihres Präsidenten und die Beendigung der Ausnahmezustandes zu erzwingen. In Deutschland verbrannten sich sogar zwei Mitglieder in Berlin. Auch wenn beim Kampf gegen Unrecht, persönlicher Einsatz gefordert wird, widerspricht die Ausübung von Gewalt den moralischen Prinzipien Ananda Margas!

Nach Beendigung des Ausnahmezustandes in Indien im Jahre 1977, kam es auf Grund internationaler Proteste zur lang ersehnten und erkämpften Berufungsverhandlung, in der er im Oktober 1978, nach sieben Jahren Inhaftierung, freigesprochen und aus der Haft entlassen wurde.

Seit 1967 gingen erste Mönche von AM von Indien aus in die Welt. Gerade in der Zeit der Verfolgung verbreitete sich Ananda Marga in viele Länder der Erde und ist heute in fast allen Nationen präsent. Ananda Marga gehört mit seiner Unterorganisation AMURT (Ananda Marga Universal Relief Team) zu den angesehensten NOGs in den Ländern der dritten Welt. Bei Naturkatastrophen ist die Hilfe durch AMURT bekannt für ihre Effektivität und wurde vielfach anerkannt. Auch für viele andere Lebensbereiche wie z.B. Kultur, entstanden zahlreiche Unterorganisationen. 1982 wurde die neohumanistische Bewegung ins Leben gerufen.

Der Tod des Gründers Anandamurtis und die Gegenwart

1990 verließ Anandamurti, für seine Anhänger überraschend, seinen Körper. Schon lange vorher bestanden Strukturen, wie AM weiter geführt wird. Doch nach dem Wegfall der zentralen Figur von Anandamurti kam es aufgrund kultureller Unterschiede und persönlicher Animositäten zu Streitigkeiten, die dazu führten, dass sich mehrfach einzelne Personen oder Gruppen von der Hauptorganisation abspalteten.
In Deutschland wird AM von dem gemeinnützigen Verein „Ananda Marga Pracarka Samgha e. V.“ mit Sitz in Berlin vertreten. Die Aktivitäten vor Ort werden von den einzelnen Ortsgruppen selbständig geplant. Jedes Mitglied steuert auf freiwilliger Basis 2 % seines Enkommens hierfür bei. Die Koordination, Inspektion und die Aufgabe Konflikte beizulegen obliegt dem Bhukti Pradhan einer Art gewähltem Bezirksvorsitzenden. Im Zentrum jeder Ortsgruppe stehen aber die kollektiven Veranstaltungen, wie z.B. die wöchentlichen Treffen, bei dem gemeinsam meditiert, Kiirtan gesungen und philosophische/spirituelle Texte gelesen werden.

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